Hochwasser 2013:
 
Informationen zu Krisenmanagement und künftigen Schutzmaßnahmen in Buckau
Veranstaltung am 4. September im Gesellschaftshaus
 

Zu einer Informationsveranstaltung über das Hochwasser 2013 lädt der Leiter des Katastrophenschutzstabes, Holger Platz, die Bewohner des Stadtteils Buckau und besonders der Bleckenburgstraße für kommenden Mittwoch (4. September) ein. Die Veranstaltung im Schinkelsaal des Gesellschaftshauses beginnt um 18.00 Uhr.

Neben Holger Platz wird der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Helge Langenhan, interessierte Bürgerinnen und Bürger über die wichtigsten Entscheidungen des Katastrophenschutzstabes während des jüngsten Hochwassers informieren. Auch Vertreter des Dezernates für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr und der SWM werden an der Informationsveranstaltung teilnehmen.

Vorgestellt werden zudem Möglichkeiten für künftige Schutzmaßnahmen zur Gefahrenabwehr. Darüber hinaus stellen sich die Akteure anschließend den Fragen der Stadtteilbewohner.

Alle interessieren Buckauerinnen und Buckauer sind dazu herzlich willkommen.

 

Quelle: http://www.magdeburg.de/index.php?NavID=37.367&object=tx|37.10099.1&La=


Respekt Herr Platz !

Am 04. September 2013 fand sie statt, die Gesprächsrunde mit den Buckauern im Gesellschaftshaus. Eingeladen hatte der Chef des Katastrophenstabes, Holger Platz. Vertreter der Feuerwehr, der SWM und der Stadtverwaltung erläuterten den Elbanwohnerinnen und -anwohner, die Entscheidungsabläufe während des Hochwassers 2013 insbesondere im Areal rund um die Bleckenburgstraße. Holger Platz  der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz berichtete sehr selbstkritisch über Entscheidungen, die auch heute noch umstritten sind. Angesichts der damligen Lage jedoch eben genau dieses Vorgehen verlangten. Aus heutiger Sicht kann man nun auch einordnen, wie und aus welchen Gründen so und nicht anders gehandelt werden konnte. Das bedeutet auf der anderen Seite jedoch nicht, das es eben bei diesen Entscheidungsfindungen zu Fehlern gekommen ist. Der Zuhörer konnte jedoch auch erkennen, das die Zuarbeiten zu bestimmten Entscheidungen aus Unkenntnis der realen Lage und auch aus Nichtbeachtung der Umstände des Jahres 2002 entstanden. Daraus die richtigen Schlussfolgerungen abzuleiten war eines der Ergebnisse dieses Informationsabends. Den reichen Wissenschatz der Menschen an der Elbe zu nutzen um somit Entscheidungen treffen zu können, die in ihrer Nachhaltigkeit bestand haben. Dem Beispiel der Ortsbürgermeister folgend können auch im Bereich zwischen Westerhüsen und Rothensee ähnliche Strukturen geschaffen werden. Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger hier aktiv mitzuarbeiten wurde an diesem Abend signalisiert. Sich den Fragen der Buckauerinnen und Buckauern zu stellen war sicherlich auch für Herrn Platz nicht einfach. Er tat es jedoch und dafür meinen persönlichen Respekt. Ein anderer zog es vor nicht zu erscheinen, obwohl mehrfach versprochen - der OB.

Die Ausführungen von Herrn Kob (ich hoffe der Name ist richtig geschrieben), gaben dann doch Anlass zu hoffen, das auch in diesem Bereich geeignete Maßnahmen ergriffen werden um den Schutz vor Hochwasser in naher Zukunft zu gewährleisten. Einen kompletten Hochwasserschutz wird es nicht geben können, jedoch die Möglichkeiten das Schlimmste abzuwehren. Die Diskussion und die Arbeit an der Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen kann und muss nun beginnen.  

Im Sommer 2013 soll Baustart für Hochwasserschutzmauer an der Zollstraße sein

Magdeburg rüstet sich für künftige Hochwasser bis 7,80 Meter

28.01.2014 09:47 Uhr Volksstimme Magdeburg

Nach der Flutkatastrophe vom Juni 2013 richtet die Stadt ihre Hochwasserschutzanlagen auf einen Pegel von maximal 7,80 Meter aus, also rund 30 Zentimeter höher als das Junihochwasser war. Auftakt für die Bauarbeiten soll im Sommer in der Zollstraße auf dem Werder sein.

Magdeburg l Auf ungeahnte 7,47 Meter (Strombrücke) war das Elbehochwasser im Sommer 2013 in Magdeburg angeschwollen. Eine solch böse Überraschung will die Stadt nicht noch einmal erleben und packt beim Hochwasserschutz baulich drauf. Die Anlagen wie beispielsweise Schutzmauern sollen künftig auf ein Hochwasser von ca. 7,80 Meter ausgelegt werden. Bis Juni 2013 war man von 6,80 Meter Höchstpegel ausgegangen. Mit dem neuen Richtwert von 7,80 sind ca. 30 Zentimeter Puffer zum Rekordhochwasser 2013 enthalten. "So haben wir künftig einen deutlich besserer Hochwasserschutz", glaubt Holger Platz, Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung auf Nachfrage der Volksstimme.

Zudem liege der Antrag zur Herauslösung der Alten Elbe, Zollelbe und Umflut aus dem FFH-Gebiet derzeit beim Bundesumweltministerium. Die Herauslösung wäre nötig, um z. B. den Bewuchs in Alter Elbe und Umflut ohne großen bürokratischen Aufwand entfernen zu können. Das Land habe den Antrag bereits befürwortet und unterstütze die Stadt bei diesem Vorhaben. Der Status kann aber nur von der EU wieder aufgehoben werden und das könne mehrere Jahre in Anspruch nehmen, so Platz.

Acht Monate ist es nun her, dass die Elbe in der Stadt über die Ufer trat. Im Februar werde eine Auswertung des Junihochwassers 2013 vorliegen. Entstanden ist im Rathaus zunächst ein ausführlicher Bericht über die Ereignisse, Abläufe und Koordination sowie erste Empfehlungen für eine verbesserte Katastrophenabwehr. Der Bericht soll sozusagen als Vorwort zu einem neuen Hochwasserschutzkonzept der Landeshauptstadt dienen.

So seien in Magdeburg zukünftig bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant, die es in dieser Art und Weise bislang nicht in der Stadt gab, erzählt Holger Platz. Möglich sind z. B. mobile Wände oder Spundwände aus Glas. Wo es konkret welche Ausführungen geben wird, wollte er noch nicht sagen. "Das möchten wir zuerst mit den betroffenen Bürgern und den Stadträten besprechen", so Platz.

Neben Rothensee, hier erstellt die Hafen GmbH federführend ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept, stehen in der derzeitigen Planung der Stadt die Bereiche Werder, Buckau und Sülze im Mittelpunkt der Überlegungen. Beginnen werden die ersten Maßnahmen Mitte 2014 in der Zollstraße. Hier soll eine neue Hochwasserschutzmauer errichtet werden. Für die Oststraße werden erste Konzepte Ende Februar bzw. Anfang März vorliegen. Angestrebter Baubeginn noch 2014. Auch hier gibt es noch keine Aussage dazu, ob die neue Mauer direkt auf den künftigen Richtwert von 7,80 Meter ausgelegt oder bei Bedarf technisch aufgerüstet wird.

Doch vorher stehen noch Gespräche mit mehreren Privateigentümern aus, deren Grundstücke durch den Bau betroffen sind. Bei der Finanzierung des Projektes setzt die Stadt auf die finanzielle Unterstützung des Landes. Gespräche dazu laufen. Um das Wohngebiet am Werder nahe der Elbe künftig effektiv zu schützen, scheiden nach den Erkenntnissen des Hochwassers 2013 Maßnahmen wie Sandsackwälle aus, erklärt Holger Platz. Gleiches gilt für das Buckauer Wohnviertel zwischen Bleckenburgstraße und Schönebecker Straße. Auch hier soll 2014 mit dem Bau einer dauerhaften und mobilen Hochwasserschutzanlage begonnen werden.

Um auch den Rückstau der Sülze in Salbke bei zukünftigen Hochwassern zu bändigen, wird der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) in diesem Jahr die dazugehörigen Planungen in Auftrag geben, heißt es von Platz. Der Deichausbau im Herrenkrug ist für 2015 geplant.

In den kommenden Monaten sind Bürgerversammlungen in den betroffenen Gebieten vorgesehen, erklärt zudem der Umweltbeigeordnete. Hier sollen dann konkret die einzelnen Maßnahmen vorgestellt werden. Das Konzept sieht auch vor, Bewohner in den Wohngebieten ähnlich wie die Ortsbürgermeister in den Ortschaften als Ansprechpartner im Katastrophenfall einzusetzen, um den Kontakt bei künftigen Katastrophenfällen zu verbessern.

Bürgerinformationsveranstaltung am 31. März - Technischer Hochwasserschutz auf dem Werder wird verbessert

Im Juni-Hochwasser 2013 war die Situation auf dem Werder besonders dramatisch. Die von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eingesetzte eine Arbeitsgruppe "Technischer Hochwasserschutz" hat u.a. für den Werder Lösungen für einen verbesserten Hochwasserschutz erarbeitet. Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung am 31. März werden sie für die Zollstraße vorgestellt.

Hochwasser 2013 Werder

Zehntausende Sandsäcke wurden im Juni 2013 verbaut, um den Werder vor den Fluten des Elbehochwassers zu schützen. Hunderte Einsatzkräfte kämpften rund um die Uhr für die Sicherung der Insel zwischen Alter und Stromelbe. "Ihnen allen ist zu danken, dass der Werder gehalten werden konnte", blickt OB Dr. Lutz Trümper zurück. "Gleichwohl sind die Schäden insbesondere an der Mauer in der Zollstraße enorm. Hier den Hochwasserschutz zu verbessern gehört zu unseren dringlichsten Aufgaben."

Unmittelbar nach dem Hochwasser 2013 hatte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eine Arbeitsgruppe "Technischer Hochwasserschutz" unter Federführung des Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dr. Dieter Scheidemann, eingerichtet und mit der Erarbeitung von Lösungen für besonders gefährdete Stadtgebiete beauftragt. Dazu gehören insbesondere der Werder, Buckau und Fermersleben/Salbke.

Am 31. März 2014 informiert der Baubeigeordnete Dr. Scheidemann mit weiteren Mitarbeitern des Baudezernates im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung über mögliche technische Lösungen und den aktuellen Stand der Planungen für einen verbesserten Hochwasserschutz an der Zollstraße auf dem Werder. Die Bürgerinformationsveranstaltung findet um 17.00 Uhr im Bewegungsraum der EMS - elke-meister-schulen gGmbH - in der Mittelstraße 25 statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen.

 

Eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung wird sich voraussichtlich im April mit technischen Lösungen des Hochwasserschutzes für die Oststraße auf dem Werder befassen.

Quelle: www.magdeburg.de 19.03.2014

Hochwasserbericht zur Gefahrenabwehr liegt vor - Chronologie und Schlussfolgerungen aus der Hochwasser-Katastrophe 2013

Die Verwaltung hat in einem detaillierten Bericht für den Stadtrat nochmals die Maßnahmen und Entscheidungen zur operativen Gefahrenabwehr im Hochwasser 2013 dargestellt und Schlussfolgerungen abgeleitet.

Hochwasser 2013 StadtparkDer Bericht ist ab sofort unter www.magdeburg.de verfügbar. In einem Forum haben interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger die Möglichkeit, ihre Anregungen und Anmerkungen zu äußern.

„Die dramatischen Tage im Juni 2013 sind uns alle noch in lebhafter Erinnerung“, erklärte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute im Rahmen der Veröffentlichung des Hochwasserberichtes. „Wir haben nun die Entwicklungen und unsere Entscheidungen zur Gefahrenabwehr noch einmal systematisch und chronologisch aufbereitet. Außerdem haben wir die aus unserer Sicht zu ziehenden Schlussfolgerungen dargestellt. Wir wollen aber nicht nur dem Stadtrat, sondern auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, den Bericht zu lesen und dazu Position zu beziehen.“ Ab sofort ist dies im Internetauftritt der Landeshauptstadt unter www.magdeburg.de möglich.

Der Bericht geht außerdem als Information I0040/14 in verschiedene Ausschüsse und wird dem Stadtrat voraussichtlich im Mai 2014 vorliegen. „Wir werden alle Anregungen aus dem Stadtrat und von den Bürgern prüfen“, verspricht der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz, dessen Dezernat den Hochwasserbericht federführend erarbeitet hat. „Im Ergebnis wollen wir dem Stadtrat im Spätsommer eine Drucksache vorlegen, die konkrete Maßnahmen und Investitionen auflistet, um die Hochwasservorsorge zur verbessern und die Gefahrenabwehr zu optimieren.“ In diese Drucksache werden auch die Vorschläge von vier verwaltungsinternen Arbeitsgruppen einfließen, die Einzelprobleme der Hochwasservorsorge und der Gefahrenabwehr untersucht haben.

Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen, insbesondere zur Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes, werden in den nächsten Wochen in Bürgerinformationsveranstaltungen der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. So wird es am 31. März eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Stand der Planungen für die Zollstraße auf dem Werder geben, im April wird sich eine weitere Veranstaltung für die Oststraße auf dem Werder anschließen.

Erste bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes werden noch 2014 begonnen. Insgesamt 25 Mio. € stehen im städtischen Haushalt 2014 für die Beseitigung von Hochwasserschäden und eine bessere Vorsorge zur Verfügung.

Im Bericht wird die Dramatik und die Zuspitzung der Hochwassersituation am zweiten Juniwochenende gut nachvollziehbar. Damit wird auch deutlich, wie schwierig die Organisation der Gefahrenabwehr auf dem Höhepunkt der Katastrophe gewesen ist. Zugleich verschweigt der Bericht nicht, dass der städtische Katastrophenstab und die eingesetzten professionellen Hilfskräfte an die Grenzen ihre Einsatz- und Leistungsfähigkeit gekommen waren.

 

Die Verwaltung hat unmittelbar nach dem Hochwasser begonnen, die Ereignisse kritisch auszuwerten. Dabei steht die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Vordergrund. Mit dem zuständigen Landesministerium und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz gab und gibt es zahlreiche Gespräche, um Erfordernisse und Maßnahmen einer besseren Hochwasservorsorge abzustimmen.

Seit dem Sommer bzw. Herbst bearbeiten außerdem vier verwaltungsinterne Arbeitsgruppen Einzelprobleme der Hochwasservorsorge und des Katastrophenmanagements.

Folgende Arbeitsgruppen wurden eingerichtet:

Arbeitsgruppe „Technischer Hochwasserschutz“ im Baudezernat: Sie erarbeitet technische Lösungen für eine verbesserte Hochwasservorsorge, insbesondere für den Werder, das Industriegebiet Rothensee, den Stadtteil Buckau sowie Salbke.

Ausgehend von den Erfahrungen des Hochwassers 2013 ermittelt eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Amtes 37 außerdem detailliert, welche Bereiche der Stadt bei einem Pegelstand von 7,80 m (Strombrücke) von Überschwemmungen bedroht sind. Die Arbeitsgruppe wird die präzise Verlaufslinie und Höhe der erforderlichen operativen Verteidigungswälle für sämtliche bedrohten Bereiche ermitteln und die Logistik des Aufbaus (BigBags oder alternative Technologien) erarbeiten.

Eine Arbeitsgruppe „Kommunikation“ untersucht Möglichkeiten, die Information und ggf. Warnung der Bevölkerung zu optimieren. In diesem Zusammenhang soll insbesondere die Erreichbarkeit der Bürgerhotline verbessert werden. Analog zu den Ortsbürgermeistern als ständigen Kontaktpersonen in die besonders gefährdeten Ortsteile Pechau und Randau-Calenberge sollen offizielle Verbindungspersonen auch für andere besonders betroffene Stadtteile berufen werden.

Die Arbeit der Technischen Einsatzleitung TEL „Evakuierung/Unterbringung/Verpflegung“ soll organisatorisch und technisch optimiert und personell in ähnlicher Art und Weise erweitert werden wie die Sachgebiete des Katastrophenschutzstabes, so dass ein aus Großeinsatzlagen resultierendes Arbeitsaufkommen ohne Probleme und Überlastung des Personals bewältigt werden kann. Dafür wurde eine weitere Arbeitsgruppe unter Leitung des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz gebildet.

Der Hochwasserbericht ist ab sofort als Information I0040/14 im Ratsinformationssystem sowie unter www.magdeburg.de im Forum abrufbar.

Quelle: www.magdeburg.de 19.03.2014

s_70_Hochwasserbericht_2013.PDF

Wall soll Buckau vor Hochwasser schützen

Volksstimme 09.04.2014

Beim Hochwasserschutz im Bereich von Buckau setzt die Stadt auf eine weitestgehend feste Installation. Es wird die Errichtung eines Schutzwalls favorisiert, der eine Höhe von 1,20 Meter erreichen soll, um einem Pegelstand von 7,80 Metern standzuhalten.

Magdeburg l Insgesamt gelte es, die gesamte Stadtstrecke der Elbe vor einem Hochwasser zu schützen, so der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann am Montag bei der öffentlichen Vorstellung der Maßnahmen, die für den Hochwasserschutz im Bereich von Buckau getroffen werden sollen. Die Stadt setzt dabei auf feste Lösungen. Das heißt, dass Baumaßnahmen einen permanenten Schutz bieten sollen, flexible Lösungen wie mobile Wände werde es nur punktuell geben.

Speziell für den Stadtteil Buckau favorisiert die nach dem letztjährigen Hochwasser einberufene Arbeitsgruppe die Errichtung eines Schutzdamms mit einer Höhe von 1,20 Metern (siehe Karte), um einem Pegelstand von 7,80 Meter am Messpunkt Strombrücke (Höchstpunkt 2013: 7,47 Meter) standzuhalten: Im Kern des Damms werde eine Spundwand integriert, welche die Wassermassen abhalten solle und ihm Stabilität verleihe. Der Schutzdamm werde durch die Grünanlage nahe der Straße An der Elbe verlaufen. Er biete die Möglichkeit der Begrünung und somit für eine Integrierung in die gut besuchte Promenade entlang der Elbe, so Scheidemann. Im Bereich der Häuser an der Straße Am Sülzehafen sollen die bereits vorhandenen Mauern zum Hochwasserschutz genutzt werden.

Weitere Maßnahmen beziehen sich ebenfalls auf die vorhandene, aber mit den Jahren in Mitleidenschaft gezogene Stützmauer an der Elbe: Diese soll wieder ertüchtigt werden, um im Verbund mit dem Wall als Schutz für die Bewohner in diesem Bereich zu fungieren.

Als neuralgischer Punkt habe sich beim Hochwasser 2013 die Klinke erwiesen, deren Rückstau für Überschwemmungen sorgte. Hier soll an der südlichen Böschung eine Schutzmauer integriert werden. Für Wege und Brückenübergänge sieht der Maßnahmenkatalog bei der favorisierten Variante flexible Lösungen, wie sie beispielsweise in Schönebeck eingesetzt werden, vor: Mobile Wände sollen im Bedarfsfall eingesetzt werden, um den Lückenschluss zu vollziehen. Dies alles zusammen ergebe die Gesamtlösung für den technischen Hochwasserschutz im Bereich von der Straße "An der Buckauer Fähre" bis zur Klinke, der als Buckauer Speicher betitelt wurde. Weitere Bereiche wie der Mückenwirt werden gesondert betrachtet.

Es wird angestrebt, im Juli mit dem Bau zu beginnen. Fertigstellung: frühestens 2015. Offen ist eine Einigung mit den Eigentümern der Grundstücke, die von den Baumaßnahmen betroffen sein würden und sich nicht im Besitz der Stadt befinden. Unter anderem muss sich mit einer Eigentümergemeinschaft geeinigt werden. Außerdem bedarf es einer Klärung, ob mit öffentlichen Geldern private Grundstücke bebaut werden können. Der Bau sei an Grundstücksgrenzen vorgesehen, so der Hinweis des Beigeordneten. Bei dieser Variante ist eine Erhöhung der vorhandenen Stützmauer entlang der Elbe, die in früheren Plänen unter der Verwendung von Plexiglas für einen Blick auf die Elbe ausgewiesen wurde, nicht mehr notwendig.

Zwei weitere Varianten sind vorgestellt worden: Eine sieht den Bau einer Schutzmauer mit Stadtmauercharakter (Höhe: 1,20 Meter) entlang des Gehweges im Grünanlagenbereich mit einem Bogen um die dort vorhandenen Bäume vor. Sie bietet die größte Überflutungsfläche. Eine dritte bezieht sich auf die Errichtung eines Hochwasserschutzes an der Stelle, an der im nördlichen Bereich ein Zaun als Anliegergrenze zwischen Bewohnern und Grünfläche verläuft.

 

Die Pläne können nach Terminvereinbarung im Tiefbauamt eingesehen werden. Es ist auch geplant, sie über das Internet zu veröffentlichen.

26.11.2014 Volksstimme.de ­ Nachrichten aus Sachsen-Anhalt
 
Wasser aus allen Richtungen
 
Magdeburg l Wenn das Hochwasser steigt, wissen die Bewohner genau, ab welchem Pegelstand ihr Straßenzug betroffen ist. Zumindest ist dies in anderen Städten so. Nicht aber in Magdeburg. CDU-­Stadtrat Reinhard Stern wollte während
einer Sitzung des Bauausschusses des Magdeburger Stadtrates nun vom zuständigen Ordnungsbeigeordnetem Holger Platz wissen, warum es in Magdeburg bisher keine aktuellen Übersichten gibt. Lange vor dem Hochwasser des
vergangenen Jahres gab es zwar bereits eine Übersicht, in der eingezeichnet war, welche Straßenzüge bei welchem Pegelstand gesperrt werden. Doch bei einem Pegelstand von unter sieben Metern und damit weit unter der Rekordmarke vom Juni 2013 ist damit Schluss.
 
Magdeburg ist anders als die anderen Städte
Der Ordnungsbeigeordnete bekennt: "Das haben wir auch schon diskutiert." So recht wohl wäre es dem Beigeordneten aber wohl nicht, eine entsprechende Liste als offizielles Dokument von der Stadtverwaltung herauszugeben. Grund:
Magdeburg ist anders beschaffen als viele andere Großstädte in Hochwassergebieten.
 
Beispiel Dresden.
Vom Elbufer ausgehend steigen in der Stadt die Uferhänge gleichmäßig aus dem Talkessel mit der sächsischen Landeshauptstadt in die Höhe. Anders in Magdeburg. Die Altstadt befindet sich auf dem Domfelsen, östlich davon
strömt die Elbe geteilt in zwei Arme der Nordsee entgegen. Das war nicht immer so. Nicht allein, dass der Fluss sich über Jahrtausende immer wieder neue Arme in der Elbaue suchte. Vielmehr führt durch Magdeburg ein noch älteres Urstromtal, in dem heute in den nördlichen Stadtteilen das Wasser der Schrote ihrer Mündung in die Ohre bei Wolmirstedt entgegenfließt. Holger Platz: "Viele Flächen in diesem Bereich liegen sehr tief." Die Folge: Es ist schwer einzuschätzen, wann das Wasser genau kommt. Das hat nicht allein etwas mit dem Pegelstand in der Elbe zu tun, sondern auch mit dem
Grundwasserfluss und damit, wie lange das Hochwasser anhält. Eine Folge davon sei in Rothensee zu beobachten gewesen: Nur ein Teil des Wassers kam im Juni 2013 über die Kante der Hafenmauer. Zwei weitere Wasserquellen hätten sich seinerzeit aufgetan und die Situation verschlimmert. Zum einen war Wasser durch die Kanalisation in das tiefliegende Gebiet gedrückt worden. Zum anderen hatte der lange Hochwasserscheitel zu einem Anstieg des Grundwasserstands geführt, so dass in Gebieten ohne Verbindung zur Elbe und ohne Anschluss an die Kanalisation Wasser an der Oberfläche ausgetreten sei.
 
Auch an anderen Stellen überrascht das Hochwasser Ähnliches wurde übrigens auch aus anderen Stadtteilen berichtet: So wurden Anlieger im Herrenkrug im vergangenen Jahr davon überrascht, dass das Wasser nicht wie beim Hochwasser 2002 aus Richtung Elbe, sondern von der gegenüberliegenden Seite kam. Das hatten weder sie noch die Mitarbeiter des
Katastrophenstabes vorhergesehen. Und im Falle des Werders war ebenfalls ein großer Teil des Wassers eben nicht
durch den großen Sandsackwall entlang der Zoll­ und der Oststraße gesickert, sondern durch die Kanalisation und durch den Boden nach oben gedrückt. Solche Überraschungen müssten in Überflutungslisten "eingepreist" werden. Und
das wiederum könnte dazu führen, dass Fluchtbewegungen und Panik an Stellen ausgelöst wird in Gebieten, in denen keine wirkliche Gefahr besteht. Anlass für die Nachfrage bei der Stadtverwaltung waren die "Schlussfolgerungen für
die operative Gefahrenabwehr in Auswertung des ,Hochwasserberichtes 2013`", die im Bauausschuss und später im Stadtrat diskutiert worden waren und über die die Volksstimme berichtet hatte. Die erwähnte Liste zu Straßensperrungen aus dem Jahr 2011 macht deutlich, wie weit unterhalb des Rekordpegels von fast 7,50 Metern an der Strombrücke einzelne Bereiche der Stadt bereits in Gefahr sind: Demnach sind Sperrungen ab einem Pegelstand von 4,90 Metern an der Unterführung Friedensweiler an der Berliner Chaussee und in Alt Prester­Damm und ab 5,70 Metern am Klosterhof, im
Unterhorstweg und am Kuhanger vorgesehen.
 
URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/magdeburg/1381008_Wasser­aus­allen­Richtungen.html

 

© 2014 Volksstimme
 
Anmerkung :
 
Da kann man nur hoffen, dass eine solche Übersicht trotz der Bedenken bald erarbeitet wird. Schließlich ist es im Bereich Buckau - An der Elbe - , dass von dieser, dann notwendigen Straßenschließung, mehrere Bewohner betroffen sind. Wir können bereits in unserem Keller voraussehen, wie hoch dann das Wasser kommt bzw. die Straße nicht mehr passierbar sein wird. Das war 2002 und auch 2013 so.

Volksstimme 28.02.2015

Schutzmauer wird leicht versetzt errichtet

Für die im Bereich von Buckau geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen infolge des Hochwassers vom Sommer 2013 sind kleine Veränderungen geplant. Die im Bereich des Buckauer Speichers vorgesehene Schutzmauer soll leicht versetzt errichtet werden.

Magdeburg

An den im Abschnitt ab Höhe der Straße "An der Buckauer Fähre" flussabwärts bis zur Klinke / Benediktinerstraße vorgesehenen Schutzmaßnahmen wird festgehalten ­ der Verlauf der zu errichtenden Schutzwand (bei Planungen in 2014 noch als Schutzwall vorgesehen, Volksstimme berichtete) hat sich ein wenig verschoben. So hieß es am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung der Stadt unter Leitung des Beigeordneten Dieter Scheidemann. Die Schutzwand soll nun etwas näher herangerückt an die Wohnhäuser errichtet werden: Sie ist auf die Ostseite des Weges entlang der Straße "An der Elbe" gerückt worden, um möglichst viel Retentionsfläche (Überflutungsfläche) zu schaffen sowie die im Boden vorhandenen Versorgungsleitungen zu berücksichtigen. Die Hochwasserschutzmauer soll ab der Elbstraße errichtet werden. Sie ist als freistehende Spundwand (Zweidrittel werden im Boden verankert sein) mit einer Stahlbetonverkleidung mit einer Matrizengestaltung vorgesehen und kann unterschiedliche Höhen bis zu 1,25 Meter erreichen. Mobile Elemente sollen in Gehwegquerungen im Hochwasserfall die Mauer schließen. Sie werden von der Stadt eingelagert und im Bedarfsfall zum Einsatz kommen. Im Bereich der Grünfläche an der Straße "An der Elbe" verringert sich die Breite des Geh­ und Radweges durch den Bau der Mauer. Die Baumallee bleibt erhalten. Im Bereich des Baumkreisels erreicht die Mauer eine Höhe von 1,05 Meter. Parallel zur Bleckenburgstraße bis zur Benediktiner Straße wird die Schutzmauer entlang des Gehweges geführt, anschließend entlang der Klinke. Im Bereich der Bleckenburgstraße 1a bis 1g misst die Mauer 1,25 Meter. Die Höhe verringert sich entlang der Klinke in Richtung Schönebecker Straße auf 60 Zentimeter. Diese Übersicht dokumentiert die verschiedenen Maßnahmen, die für den Hochw asserschutz im Bereich des sogenannten Buckauer Speichers vorgesehen sind, sow ie den Verlauf der Schutzmauer. Diese soll einem Pegelhöchststand von 7,80 Meter standhalten. Zu den weiteren Vorhaben im Bereich von Buckau zählt die Instandsetzung der Ufermauern entlang der Elbe. Diese seien durch mehrere Hochwasser stark beschädigt, hieß es. Und: Die Finanzierung für diese Hochwasserschutzmaßnahme ist, anders als jene für die Schutzmauer, noch nicht vollständig gesichert. Fördermittelanträge seien vom Landesverwaltungsamt noch nicht bestätigt worden. Ebenfalls stark beschädigt sei das Schräg­ ufer, das saniert werden soll. Die für Buckau vorgesehene Hochwasserschutzvariante sei mit dem Landesamt für Hochwasserschutz (LHW) abgestimmt und gehe demnächst in die Entwurfsphase. Man gehe davon aus, die öffentliche Ausschreibung im Juni (Dauer in der Regel drei Monate) starten zu können. Es soll auch während des Winters gebaut werden. Die Bauzeit wird auf etwa ein halbes Jahr geschätzt. Übrigens: Die optische Gestaltung richtet sich nach jener Hochwasserschutzmauer, die in der Zollstraße errichtet werden soll. Ein Beispiel liege der Stadt bereits vor. "Wir streben eine einheitliche Gestaltung an", so Dieter Scheidemann.

URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/magdeburg/1434122_Schutzmauer­wird­leicht­versetzt­errichtet.html © 2015 Volksstimme

12. August 2015

Hochwasserschutz - Erste Bauleistungen für Wohngebiet am Speicher Buckau ausgeschrieben

Für die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Wohngebiets Speicher Buckau wurden jetzt die ersten Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben. Im Rahmen eines ersten Bauabschnitts wird zunächst ab Oktober 2015 eine doppelte Schmutzwasserdruckleitung umverlegt. Diese erforderlichen Arbeiten dienen der Vorbereitung für die geplante Errichtung einer Spundwand entlang der Klinke und des ostseitigen Weges der Straße „An der Elbe“.

Die nach dem Hochwasser 2013 erforderlichen Maßnahmen werden durch das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Planungsbüros vorbereitet und während der dann folgenden Bauausführungen betreut. Als Vorleistung zur Herstellung der Hochwasserschutzmauer muss zunächst eine doppelte Schmutzwasserdruckleitung umverlegt werden, da die vorhandene Leitung die geplante Spundwandgründung kreuzen würde. Die weiträumige Umverlegung innerhalb der Grünfläche des angrenzenden Parks an der Straße „An der Elbe“ (Höhe Fährstraße bis Höhe Elbstraße) wird von Oktober bis voraussichtlich Dezember 2015 andauern.

Im Anschluss erfolgt die Herstellung der Hochwasserschutzmauer mit Spundwandgründungen und Stahlbetonwand. Der Bau befindet sich derzeit im Baugenehmigungsverfahren. Eine entsprechende Ausschreibungsunterlage wird im August/September fertiggestellt sein. Für die Errichtung der Schutzmauer werden unter anderem 700 m² Spundbohlen, ca. 130 Fertigteilfiligranplatten und 110 m³ Stahlbeton benötigt. Für die Querung in der Bleckenburgstraße und als Lückenschluss zu der stationären Mauer sind 40 Meter eines mobilen Hochwasserschutzsystems mit Aluminiumdammbalken notwendig. Die Fertigstellung der Mauer entlang der Klinke ist bis April 2016 geplant.

Ein weiterer Bauabschnitt befindet sich parallel zur Benediktinerstraße am südlichen Klinkeufer. Dieser Abschnitt wird die Wohnbebauung vor dem Rückstau der Klinke bei Hochwasser schützen. Zusammen mit der Hochwasserschutzmauer entlang der Straße „An der Elbe“ entsteht so eine geschlossene Hochwasserschutzkonstruktion für das Wohngebiet am Speicher Buckau. Beide vorbeugenden Baumaßnahmen werden vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz finanziert.

 

Für die Bauarbeiten an der Klinke ist die Fällung von zwölf in der Böschung stehenden Bäumen unumgänglich. Dagegen konnte der Erhalt von drei großen Platanen an der Bleckenburgstraße durch einen geänderten Trassenverlauf über Privatgrundstücke und mit Einverständnis der Anlieger erreicht werden. Ersatzpflanzungen für die zu fällenden Bäume wurden bereits genehmigt und festgesetzt.

Quelle: Landeshauptstadt Magdeburg

Letzte Aktualisierung: 12.08.2015 08:13:57

 

 

 

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